Warum die richtige Sonnencreme wirklich zählt
Was steckt hinter Lichtschutzfaktoren, Strahlentypen und den hartnäckigsten Mythen rund ums Sonnen?
Jeden Sommer begegnen wir in der Apotheke denselben Überzeugungen: „Ein bisschen Sonnenbrand schadet nicht – danach wird man schön braun." oder: „LSF 30 reicht völlig aus, ich will ja nicht weiß aussehen." Wir verstehen den Wunsch nach einer schönen Sommerbräune – aber wir möchten euch zeigen, dass Schutz und Bräune sich nicht ausschließen. Im Gegenteil.
Was die Sonne mit unserer Haut macht
Die Sonne sendet zwei für uns relevante Strahlungstypen aus, die sich in ihrer Wirkung deutlich unterscheiden:
- UVA-Strahlen sind langwellig und dringen tief bis in die Lederhaut (Dermis) ein. Sie sind hauptverantwortlich für die vorzeitige Hautalterung – also Falten, Pigmentflecken und Elastizitätsverlust. Wichtig: UVA-Strahlung ist das gesamte Jahr über präsent, auch im Winter und hinter Fensterglas. Sie kann zudem die Entstehung von Hautkrebs begünstigen.
- UVB-Strahlen sind kurzwelliger und wirken vor allem auf die Oberhaut (Epidermis). Sie sind hauptverantwortlich für Sonnenbrände und schädigen direkt die DNA der Hautzellen – was das Hautkrebsrisiko erhöht. Gleichzeitig sind UVB-Strahlen für die körpereigene Vitamin-D-Synthese verantwortlich.
Ein Sonnenbrand ist kein Kavaliersdelikt. Bereits ein einziger schwerer Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Risiko für das gefährliche Melanom nachweislich. Und ja – auch unter einem Sonnenbrand kann man bräunen. Das ist aber kein Zeichen von Gesundheit, sondern ein Schutzmechanismus der Haut, der bereits auf Schaden reagiert.
Wie Sonnenschutzmittel wirken
Es gibt zwei grundlegende Wirkprinzipien – und viele moderne Produkte kombinieren beide:
- Mineralische Filter (z. B. Zinkoxid, Titandioxid) legen sich wie ein physikalischer Schutzschild auf die Haut und reflektieren UV-Strahlung. Sie sind besonders gut verträglich und ideal für empfindliche Haut sowie Kinder.
- Chemische Filter absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um, die dann abgegeben wird. Sie lassen sich meist leichter einarbeiten und hinterlassen keinen weißen Film.
Beide Varianten sind bei korrekter Anwendung sicher und wirksam. In der EU zugelassene Sonnenschutzmittel unterliegen strengen Prüfverfahren.
Schützen bedeutet nicht, weiß zu bleiben
Einer der häufigsten Gründe, warum Menschen auf Sonnencreme verzichten oder zu niedrige LSF wählen: Sie befürchten, nicht braun zu werden. Dabei zeigen Studien, dass Bräunung auch unter hohem Lichtschutz möglich ist – sie entsteht einfach etwas langsamer und deutlich hautschonender. Die Bräune, die durch moderates Sonnen mit Schutz entsteht, ist zudem langlebiger als jene nach einem Sonnenbrand, bei dem die oberste Hautschicht später abschuppt.
Wer auf Sonnencreme verzichtet, opfert die langfristige Schönheit – gesunde, straffe, wenig gealterte Haut – für einen kurzfristigen optischen Effekt.
Der Lichtschutzfaktor – was er wirklich bedeutet
Der LSF gibt an, um wieviel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, bevor ein Sonnenbrand entsteht – verglichen mit ungeschützter Haut. Bei LSF 30 also theoretisch 30-mal länger, bei LSF 50 entsprechend 50-mal länger. Aber: Diese Schutzwirkung gilt nur, wenn die Creme ausreichend und vollständig aufgetragen wird.
Studien zeigen, dass die meisten Menschen nur etwa ein Viertel bis die Hälfte der notwendigen Menge verwenden – und damit den tatsächlichen LSF drastisch reduzieren.
Die Faustregel für die richtige Menge:
Gesicht, Hals & Nacken
1 Strichlänge
Jeder Arm (einzeln)
1 Strichlänge
Brust & Rücken (je)
2 Strichlängen
Jedes Bein (einzeln)
2 Strichlängen
Eine „Strichlänge" entspricht dabei einer Linie von der Fingerkuppe bis zum Handgelenk. Und bitte nicht vergessen: Ohrenspitzen, Nasenrücken, Scheitel und Fußrücken sind klassische Stellen, die üblicherweise übersehen werden – aber besonders gefährdet sind.
Wichtig: Nachcremen verlängert den Schutz zeitlich, erhöht aber nicht den LSF. Nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen muss unbedingt nachgecremt werden.
Sonnenschutz für die Kleinsten
Babys und Kleinkinder unter drei Jahren sollten direkter Sonnenstrahlung grundsätzlich ferngehalten werden – die empfindliche Babyhaut verfügt noch über kaum eigene Schutzfunktionen. Das bedeutet: immer im Schatten, Schutzkleidung, Hut und ausreichend Flüssigkeit. Da direkter Sonnenkontakt nicht immer vollständig vermieden werden kann, ist zusätzlich eine gut verträgliche mineralische Sonnencreme mit hohem LSF sinnvoll.
Ein weit verbreiteter Irrglaube: Sonnencreme schützt vor der Hitze. Das tut sie nicht. Sie schützt ausschließlich vor UV-Strahlung. Gerade bei Babys muss also unbedingt auf Überhitzung, ausreichend Schatten und Flüssigkeitszufuhr geachtet werden – unabhängig vom Sonnenschutz.
Unser Fazit – und unser Angebot an euch
Gesunde Haut ist keine Frage des Verzichts – sie ist eine Frage der richtigen Gewohnheiten. Sonnencreme schützt nicht nur vor Krebs, sondern erhält die Haut langfristig elastisch, ebenmäßig und jung. Das ist für uns der eigentliche Luxus.
Ihr seid unsicher, welche Sonnencreme zu eurer Haut, eurem Hauttyp oder eurer Familie passt? Genau dafür sind wir da. Kommt einfach bei uns in der Apotheke vorbei – wir beraten euch gerne persönlich und finden gemeinsam das passende Produkt für euren Sommer.